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Journey to the End of the Night—ein Bericht
journeyvienna.at
Ich habe mich also nicht einmal durch das grauenhafte Regenwetter, das Wien alle Jahre wieder im Mai heimzusuchen scheint, davon abhalten lassen, am Journey to the End of the Night teilzunehmen.
Die Karte zeigt den größeren Teil meines Weges–und gravierende Verschleißerscheinungen, weil sie am Ende so wie ich vollkommen durchnässt war.
Start im Pötzleinsdorfer Schlosspark.
An der Endstation in Pötzleinsdorf erwische ich gerade noch die dort bereit stehende Straßenbahngarnitur und bin somit in einer safe zone.
Die Tram bringt eine Menge Runner bis zum Türkenschanzplatz, von dort aus ist es nur noch ein kleines Stück bis zum Türkenschanzpark, der safe ist.
Nach spätestens 10 Minuten ward die Topologie des Türkenschanzparks verflucht. Nach einigen weiteren Minuten der Checkpoint gefunden.
Weiter geht’s für mich alleine zum nächsten Ausgang an der Nordseite des Parks (am Plan falsch eingezeichnet). Ich erwische den 40A, dessen Fahrer gerade freundlich zwei Runnern (oder waren es Runnerinnen?) freundlich sagt, dass sie nun aussteigen müssen, um in den Türkenschanzpark zu gelangen. Im Bus werde ich von einer jungen Frau angesprochen: “Lustiges Spiel, das ihr da spielt!”
Ich überlege, ob ich mit dem Bus bis zur Endstation Schottentor fahren solle, um anschließend in den 42er zu wechseln, entscheide mich aber dagegen. Das Umsteigen bei der Volksoper erscheint mir zu gefährlich, schließlich könnten die chaser auf die Idee kommen, mit dem 41er stadteinwärts zu fahren, um bei der nächsten Möglichkeit–dort–in den 42er umzusteigen. Ich fahre bis Alserbachstraße, steige dort um, fahre eine Station bis Spitalgasse/Währinger Straße und stelle mich in einen Hauseingang, um auf den 42er zu warten. Mittlerweile besteht meine Frisur aus mehr Wasser als Haar.
Die Fahrt zum zweiten Checkpoint klappt problemlos, wenn man davon absieht, dass ich ruhig innerhalb der safe zone von Checkpoint vier eine Station weiter fahren hätte können. Egal, mann ist ja sportlich.
Die Aufgabe am Checkpoint: “Nenne mir deine zwei Lieblings-Pornsites.” – “Hmm. ******** und *******.” Ich nenne einfach die ersten beiden Seiten, die mir einfallen und halbwegs passen. — “******?” Erstaunen. Mir wurscht,Hauptsache, ich hab den Checkpoint absolviert.
Weiter geht’s mit dem 9er Richtung Westbahnhof. Der Fahrer sagt durch “So, Checkpoint zwei erfolgreich absolviert” und wünscht uns alles Gute. 99% der Passagiere lachen, das restliche Prozent kommt sich wahrscheinlich in diesem Moment ziemlich komisch vor.
Der direkteste Weg zum Checkpoint 3 über die Mayssengasse scheint mir zu gefährlich. Ich merke, dass der nächste 43er im Anflug ist, steige bei der Rosensteingasse um und fahre bis Dornbach, wo praktischerweise gleich die nächste mobile safe zone bereitsteht, leider von der falschen Linie (10).
Ich steige bei der Wilhelminenstraße aus und gehe über menschenleere Gassen zum nächsten Checkpoint 3, der nicht wirklich leicht zu finden ist.
Irgendwo zwischendurch erweist sich ein Stück nasser Gehsteig als eine Lacke, die in manchen Ländern durchaus als kleiner Gartenteich durchgehen könnte. Blöderweise bemerke ich das natürlich erst, als ich mit einem Fuß knöcheltief im Wasser stehe. Über Nebenstraßen gelange ich zur Ottakringer Straße, gehe stadteinwärts und dann Richtung Thaliastraße. Die Gegend ist insofern haarig, als dass die chaser unter den vielen Passanten nicht sofort auffallen würden. Nach einem Sprint erreiche ich gerade noch eine Garnitur des 46ers in der Haltestelle Schuhmeierplatz. Ich gehe nach vorne, und ziehe dabei die Blicke der Passagiere ein bisschen auf mich. Klar, ich sehe so aus, als ob ich gerade in voller Montur in der Dusche gestanden wäre. Hab ich schon geschrieben, dass das Wetter sch*****e ist? Ich bin froh, dass mich im Türkenschanzpark nicht Stefan Zweigs Schicksal ereilt hat, so schiach war das Wetter.
Eine Station weiter steige ich mit einigen anderen Runnern aus. Einer der initial chasers läuft schnurstracks an mir vorbei. Glück gehabt-vorerst. Kurz darauf erwischt mich auch jemand–ohne, dass ich genug Zeit habe, die Beine in die Hand zu nehmen. Such is life.
Fortsetzung folgt. Vielleicht. Das war ja erst der erste Teil.
Ein paar Erkenntnisse für’s nächste Mal:
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