Zum Ergebnis der Landtagswahlen im Burgenland

Normalerweise sind Landtagswahlen ja eine recht fade Angelegenheit und werden oft als nicht viel mehr als ein Polit-Barometer angesehen, sofern es nicht gerade darum geht, dass eine Partei die absolute Mehrheit verlieren könnte, wie es eben letzten Sonntag im Burgenland geschehen ist (die SPÖ hat diese um 1,74% verpasst). Die Liste Burgenland (LBL), die erstmals kandidiert hat, schaffte mit knapp über 4% auf Anhieb den Sprung in den Landtag.

Das Wahlergebnis hat aber auch ein paar kuriose Eigenheiten, die durch das Verfahren zur Ermittlung der Mandate entstanden sind:

  • Hätte die LBL eine einzige Stimme weniger erhalten, hätte sie weniger als 4% und wäre nicht im Landtag vertreten. Das Mandat wäre im sogenannten zweiten Ermittlungsverfahren der FPÖ zugeteilt worden.
  • Hätten die SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne insgesamt 15 oder mehr zusätzliche Stimmen, wäre die LBL ebenfalls nicht im Landtag vertreten und die FPÖ freute sich über ein zusätzliches Mandat.
    (Zum Beispiel hätte die SPÖ im Wahlkreis sieben 500 zusätzliche Stimmen erringen können, das Mandat wäre trotzdem an die FPÖ gegangen.)

Angesichts dieses Ergebnisses ist es umso verwunderlicher, dass sich die LBL in einer Art politischen Suizids um eine Anfechtung der Wahl bemüht, die FPÖ, die durch eine Neuauszählung der Stimmen quasi nur gewinnen kann, aber bloß die Stimmen der LBL neu auszählen lassen möchte.

Übrigens: Wer die Berechnung des Wahlergebnisses anhand meiner Exceltabelle selbst nachvollziehen möchte, möge das bitte als Kommentar schreiben.

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3 Kommentare

  1. Erstellt am 10. Oktober 2010 um 15:03 | Permanent-Link

    Hallo! Ich interessiere mich für Das Excel-Sheet. :-)

  2. Erstellt am 10. Oktober 2010 um 15:07 | Permanent-Link

    Typo bei meinem Link :-)

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