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	<title>imrich.net &#187; Politik</title>
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		<title>Insights on Poverty</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 16:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Statistik ist fad. Oft. Zumindest dann, wenn man vor einer Tabelle mit demographischen und wirtschaftlichen Daten vieler Länder sitzt. Man kann zwar nachsehen, welches Land die höchste Geburtenrate (Niger, 53 pro 1000 Einwohner und Jahr) oder die längste Lebenserwartung (Japan, Hong Kong, 82) hat, aber das geht nicht weit über einen einfachen Vergleich mehrerer Länder hinaus. So richtig lebendig wird Statistik erst, wenn man die rohen Zahlen interpretiert, verschiedene Statistiken miteinander vergleicht, die zeitliche Entwicklung betrachtet und versucht, die Statistiken mit politischen, ökonomischen oder sozialen Ursachen und Auswirkungen in Zusammenhang zu bringen. Hans Rosling macht das im folgenden TED Talk sehr gut: Die Plattform, die Hans Rosling für den Vortrag verwendete, ist hier zu finden: Gapminder World Eine ähnliche, wenn nicht sogar bessere Plattform, ist das OECD Factbook. &#160; Weitere Blogposts und Artikel: TED Talks,  Statistik. &#160; druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Wikileaks: Spionage(abwehr) für Dummies</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 05:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[WikiLeaks hat am 1. Dezember einen ganzen Haufen neuer Dokumente veröffentlicht. Die Spy Files zeigen, welche Möglichkeiten Behörden und Geheimdienste haben, um ihre Bürger zu überwachen &#8212; mehr oder weniger gesetzeskonform, mehr oder weniger gründlich. Die Dokumente sind offenbar zu einem guten Teil Präsentationen, die Unternehmen auf einer der ISS-Konferenzen (Intelligence Support Systems for Lawful Interception, Criminal Investigation and Intelligence Gathering) gezeigt haben. Sie geben Aufschluss darüber, welche Fähigkeiten die von den Unternehmen angebotenen Produkte auf jeden Fall haben. Laut der Karte gibt es einige Unternehmen, die auch Verbindungen nach Deutschland haben. Von besonderem Interesse dürfte dabei die Firma DigiTask sein, die in den letzten Monaten oft in Verbindung mit dem deutschen &#8220;Staatstrojaner&#8221; genannt wurde. Dieser, auch &#8220;Quellen-Telekommunikationsüberwachung&#8221; und &#8220;Bundestrojaner&#8221; genannt, wird auf dem Computer der zu überwachenden Person installiert und hat die Aufgabe, den Behörden das Abhören von verschlüsselten Nachrichten zu gestatten, indem er diese vor dem Verschlüsseln oder nach dem Entschlüsseln abfängt. Der deutsche &#8220;Chaos Computer Club&#8221; (CCC) hat sich mit einer älteren und einer neueren Variante des Staatstrojaners beschäftigt und darin einige eklatante Sicherheitslücken gefunden: &#8220;Wir waren überrascht und vor allem entsetzt, daß diese Schnüffelsoftware nicht einmal den elementarsten Sicherheitsanforderungen genügt. Es ist für einen beliebigen Angreifer ohne weiteres möglich, die Kontrolle über einen von deutschen Behörden infiltrierten Computer zu übernehmen&#8221; sagte ein CCC-Sprecher. Der detaillierte Bericht ist sehr lesenswert: Wir sind hocherfreut, daß sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze keine fähiger Experte gewinnen ließ und die Aufgabe am Ende bei studentischen Hilfskräften mit noch nicht entwickeltem festen Moralfundament hängenblieb. Mittlerweile erkennen viele Antivirenprogramme die erste veröffentlichte Version als Schadprogramm und blocken es. In den Veröffentlichungen von WikiLeaks sieht man nun, wie die Firma DigiTask sich und ihre Abhörprogramme vorgestellt hat. DigiTask hat den Konferenzteilnehmern (Behördenvertreter etc.) offenbar wirklich ein System präsentiert*, das angeblich mit AES (Advanced Encryption Standard) verschlüsselt. Der CCC hat dann herausgefunden, dass zwar der Datenverkehr vom Trojaner zum Server verschlüsselt wird (und noch dazu über einen Server in den USA läuft), der Trojaner aber selbst die Befehle mehr oder weniger unverschlüsselt empfängt, was eine Sicherheitslücke darstellt. Interessanterweise geht die Präsentation auch explizit auf die Möglichkeit ein, weitere Programmbestandteile nachzuladen und &#8220;verbotene&#8221; Funktionalitäten der Software zu sperren. Was nützt es, das zu wissen? Wir erhalten Informationen darüber, was den Behörden beim &#8220;gewöhnlichen&#8221; Abhören von Datenverbindungen Probleme bereitet. Darunter sind&#8230; Informationen, die zwar entschlüsselt werden könnten, aber nicht gesammelt werden können TOR (auch verschlüsselt) Verwendung von Internetcafés, Hotspots usw. verschlüsselte Informationen, die nicht entschlüsselt werden können verschlüsselte Instant Messenger per TLS oder SSL verschlüsselte Verbindungen zu Mailservern mit PGP/GnuPG verschlüsselte E-Mails Websites, die HTTPS verwenden VPN-Verbindungen Informationen, die trotz Beschlagnahme (von Datenträgern) nicht erhalten werden können verschlüsselte Festplatten und andere Datenträger Das sind also jene Dinge, die man als Computernutzer tun kann, um zu verhindern, dass es Hacker/Geheimdienste/Industriespione usw. allzu leicht haben. Natürlich ist die Quellen-Telekommunikationsüberwachung genau darauf ausgerichtet, diese Probleme zu umgehen. Die Software dazu muss aber zuerst auf den Computer gelangen &#8212; und das ist einiges an Arbeit, weil es mitunter physischen Zugriff auf den Computer erfordert. &#160; *kleines Glossar: RFS: remote forensics software LI: lawful interception druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Im Kreis gegangen?</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 08:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im folgenden Video aus dem Jahr 1994 berichtet der amerikanische Zeitschriftenverlag Knight Ridder aus der eigenen Entwicklungsabteilung, dem Information Design Lab. Man kann jetzt natürlich sagen &#8220;Yeah, sie haben eineinhalb Jahrzehnte in die Zukunft geblickt und das iPad vorhergesehen!&#8221; Man kann sich aber auch fragen &#8220;Was haben wir eigentlich in den letzten zehn Jahren getan?&#8221; Vor 17 Jahren ist dieses Video gedreht worden und es hat so ausgesehen, als ob man ein paar Jahre danach ein solches Tablet in Händen halten könnte. Dass die Technologie für tragbare Geräte da war, zeigt Apples Newton Message Pad, einer der ersten PDAs (Personal Digital Assistant), der bereits 1993 präsentiert wurde und auch im Video zu sehen ist. Zwei Jahre danach brachte dann US Robotics den späteren Palm Pilot heraus, ein günstiges Gerät, das mehr oder weniger sofort zum Verkaufsschlager wurde. Diese ersten PDAs konnten sich per Modem oder über ein Handy mit dem Internet verbinden und waren zum Lesen von e-mails, Zeitungsartikeln, eBooks usw. geeignet. Wer den Dienst AvantGo nutzte konnte sich automatisch Meldungen von verschiedenen Medien wie etwa CNN und ARD auf den Palm Pilot laden lassen. Es gab keinen zentralen App Store, aber weit über 10000 verschiedene Anwendungen, vom e-Mail-Programm bis zur Datenbankanwendung, von der TV-Fernbedienung bis zum Routenplaner für die Öffis (ja, auch für Wien). Sind wir im Kreis gelaufen? Oder war Apple clever genug, das Tablet aus der Bibliothek der nicht realisierten Konzepte zu holen und es mit aktueller Hard- und Software zu einem Marktschlager zu machen? In der digitalen Zeitung ist mir auch folgendes sehr aktuell vorgekommen: Was meint ihr? druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Was mich stört, Atheisten&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 07:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rund um den zehnten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon hat der Österreich-Ableger der Giordano Bruno-Stiftung auf seiner Facebook-Seite &#8220;Atheism&#8221; das folgende Bild gepostet: Wie sie sehen zeigt das Bild die Twin Towers mit der Sonne im Hintergrund. Man sieht aber auch ein großes Kreuz, das durch den Raum zwischen den Türmen und die Sonnenstrahlen gezeichnet wird.Eine schnelle Suche bei Google zeigt, dass diese Sichtweise durchaus gängig ist und führt außerdem auf einige Seiten, die das ursprüngliche Bild als Ganzes zeigen. Die Aufschrift soll wahrscheinlich aussagen, dass das World Trade Center noch stünde, wenn es keine Religion gäbe. (Die andere Interpretation, &#8220;Stellt euch vor es gibt keine Religion&#8211;also weg mit dem Kreuz!&#8221;, erscheint doch ein wenig zu heftig.) Ab hier wird es geschmacklos. Im Umkehrschluss bedeutet die obige Aussage, dass die Twin Towers nicht mehr stehen, weil es Religionen gibt. Es tragen also die bösen Religionen, und da natürlich insbesondere die bösen Moslems, daran Schuld, dass über dreitausend Menschen an jenem 11. September umkamen. Fakt ist, dass die Anschläge von einer islamistischen Terrororganisation verübt wurden, die in ihren Heimatländern eine ökonomische und politische Lage vorgefunden hat, die es ermöglicht hat, Selbstmordattentäter zu rekrutieren. Was mich an dem Bild besonders stört, ist, dass es Religion und religiösen Fundamentalismus gleich setzt. Diese Gleichsetzung ist schlicht und ergreifend falsch und erinnert mich vor allem an die Wahlpropaganda der FPÖ. Von der Fecebook-Präsenz einer &#8220;humanistisch-aufklärerischen Denkfabrik&#8221; (Eigendefinition) hätte ich mir das nicht erwartet. Was mich auch stört, liebe Atheisten, ist, dass manche von euch gerne mal missionieren und dabei implizit die Anhänger von Religionen als dumm, fanatisch, radikal oder zurückgeblieben darstellen. In diesem Wesenszug seid ihr nicht viel besser als die Religionen, die ihr kritisiert; man könnte meinen, der Atheismus würde selbst zur Religion. Aus einer persönlichen Perspektive kann mir das egal sein&#8211;ich weiß genau, woran ich nicht glaube. Aus einer gesellschaftspolitischen Sicht ist mir das nicht egal. In unserer Gesellschaft ist es zum Glück jedem freigestellt, woran er (nicht) glaubt, egal ob das Gott, Allah oder das fliegende Spaghettimonster ist. Ein säkularer Staat kann aber nur dann gut funktionieren, wenn die Bürger einander gegenüber tolerant sind, wenn sie auch mal den Mut aufbringen, über den Tellerrand des eigenen (Nicht-)Glaubens zu blicken und andere Religionen und die damit verbundenen Kulturen kennen zu lernen*. Ich wünsche mir diese Toleranz und finde, frei nach Popper, dass sich die Gesellschaft das Recht herausnehmen muss, die Intoleranten nicht zu tolerieren. Darunter sind einige von euch, werte Atheisten. &#160; &#160; *mehr über die Versuche der österreichischen Atheisten, dies zu behindern, gibt&#8217;s hier. &#160; druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Wie man die ÖH-Wahlen manipuliert</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 11:17:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(derStandard.at hat diesen Artikel mit meiner Zustimmung übernommen.) Vom 24. bis 26. Mai sind wieder die Hochschülerschaftswahlen. Alle Studierenden sind dazu aufgerufen, zwei der vier Ebenen der ÖH direkt zu wählen. Auf der Ebene der Studienvertretungen darf jeder mehrere Personen namentlich wählen. Für die Ebene der Universitätsvertretung gilt ein Listenwahlrecht, man wählt also zum Beispiel den VSStÖ, die AG oder die GRAS. Natürlich kann man die Wähler durch Wahlkampf gewinnen, was die Fraktionen auf der UV-Ebene auch machen. Auf der Ebene der Studienvertretungen bietet sich aber eine andere Variante an-ich nenne sie die legale Wahlmanipulation. So geht&#8217;s: Unser wunderbares ÖH-Wahlrecht bietet jedem Studenten die Möglichkeit, in allen seinen Studienrichtungen die Studienvertretungen zu wählen. Praktischerweise kann man in Österreich nahezu beliebig viele Studienrichtungen an allen möglichen Unis belegen. Eine Ausnahme: man darf dieselbe Studienrichtung nicht an mehreren verschiedenen Unis gleichzeitig studieren. Praktischerweise läuft das dann so ab, dass manche VertreterInnen und SympathisantInnen von wahlwerbenden Gruppen links und rechts  sich als wahre studentische Multitasker erweisen und die drei Wahltage nützen, um ein Wahllokal nach dem anderen abzuklappern und dort die Stv-KandidatInnen zu wählen, die von einer Gruppierung unterstützt werden. Als normaler Student oder auch als Kandidat erkennt man diese Leute daran, dass sie zwar den expliziten Willen haben, für Studienrichtung A zu wählen, aber oft den Weg zum Wahllokal der Studienrichtung A, das ganz zentral eingerichtet ist und den StudentInnen der Studienrichtung A auf jeden Fall bekannt sein müsste, nicht alleine finden. Die Wahlbeobachter und Mitglieder der Unterkommission der Wahlkommission erkennen diese Leute daran, dass der Platz im Studentenausweis für die Stempel der verschiedenen Wahlkommissionen kaum ausreicht. Gerüchten zufolge werden manchmal auch mehrere Unis in mehreren Städten abgeklappert. Tatsächlich hatte ich auch einmal die Möglichkeit, die Statistik einer Studienrichtung einzusehen, in der man sehr genau erkennen konnte, dass sich in den Sommersemestern mit ÖH-Wahlen bedeutend mehr Studierende neu für diese Studienrichtung angemeldet hatten als in den anderen Sommersemestern. Kann man auf diese Art das Ergebnis merklich beeinflussen? Ja, man kann. Manche kleinere Studienvertretungen haben vielleicht insgesamt 500 Wahlberechtigte. Bei den üblichen 20-30% Wahlbeteiligung bedeutet das, dass die sehr beliebten KandidatInnen froh sein können, wenn sie über 100 Stimmen bekommen. Beispielsweise 30 zusätzliche Stimmen machen da einen großen Unterschied&#8211;für eine Basisgruppe oder eine andere Organisation sind die aber einfach aufzutreiben. Und nun zur Königsdisziplin: Nicht immer ist es einfach, eine sinnvolle Anzahl an KandidatInnen (je nach Stv 3-5)  aus den StudentInnen einer Studienrichtung zu rekrutieren. Damit man nicht nur eine oder zwei Personen auf dem Wahlvorschlag hat stellt man dann einfach Leute auf, die irgendwas anderes studieren, denn schließlich bekommt man ja ohnehin die Stimmen der eigenen FraktionswählerInnen und ein paar echte WählerInnen wird man wohl durch Cocktails und andere Goodies oder durch &#8220;Wir sind die Guten&#8221;-Wahlpropaganda davon überzeugen können, dass-als frei erfundenes Beispiel-eine Studentin der Medienwissenschaften super die Interessen von Mathematikstudierenden vertreten kann. &#160; druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Türkisch als Maturafach? Eine Replik.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 04:09:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Presse hat Anfang dieser Woche berichtet, dass es im Unterrichtsministerium konkrete Pläne gibt, Türkisch in die lange Liste jener Sprachen, die in den allgemeinbildenden höheren Schulen als zweite lebende Fremdsprache angeboten werden können, aufzunehmen. Insbesondere habe das Ministerium schon die geisteswissenschaftliche Fakultät der Universität Graz damit beauftragt, Lehrpläne für das Lehramtsstudium Türkisch auszuarbeiten. Der Bundesregierung scheint dies sehr unangenehm zu sein, man übte sich im kollektiven Zurückrudern und Dementieren. Die Presse schrieb dann gestern von &#8220;übertriebenem Wirbel&#8220;. In jeden Fall hat diese Debatte wieder einmal die paar Millionen österreichischen Experten für Bildungspolitik,Integrationspolitik und Fußball aus dem Bau gelockt. Der zu erwartende Aufruhr blieb nicht aus. Ich möchte hier auf einige Argumente aus einem Blogpost von Roman Korecky, einem Wiener SPÖ-Mitglied und &#8220;Bildungsreferent der Sektion 10&#8243;, eingehen, weil ich manche davon für hilfreich halte und mich über andere ärgere. Korecky betont, dass Kinder, die es in unserem integrantenfeindlichen Schulsystem bis in die siebente bzw. neunte Schulstufe schaffen, bereits außerordentlich gut integriert sein müssen. Ohne nahezu perfekte Deutschkenntnisse könnten sie dem Schulunterricht nicht folgen. Türkisch als zweite lebende Fremdsprache würde keine Parallelgesellschaften fördern, sondern eventuell sogar deren Entstehung entgegenwirken und zur Weltoffenheit beitragen. So weit, so gut. Das finde ich auch. Dann bringt Korecky ein seltsames, aber umso beliebteres Spiel: Wir stellen uns mal vor, wir sind ein Ausländer&#8230;Migrant&#8230;Mitbürger mit Migrationshintergrund und packen die gängigsten Klischees in dieses Gedankenspiel. Versetzen wir uns nun einmal in die Rolle eines türkischen Migranten. Zu Hause spricht er oder sie türkisch. In der Schule und in der Öffentlichkeit Deutsch. Somit sind Deutsch und Türkisch für ihn oder sie praktisch gleichwertige Sprachen, die beide wie eine Muttersprache beherrscht werden. Erstens würde ich gerne mal die Annahme, dass das Kind des typischen Migranten zuhause ausschließlich türkisch spricht, anzweifeln. Österreich hat seit 1964 in der Türkei Gastarbeiter angeworben (Quelle, S.5). Unter den Jugendlichen, die Türkisch als 2. lebende Fremdsprache wählen könnten, werden auch einige sein, deren Eltern in Österreich aufgewachsen sind. Es ist naheliegend, dass sie daheim auch teilweise Deutsch sprechen. Zweitens besteht doch ein gravierender Unterschied zwischen den Sprachkenntnissen, die man als Kind über die Muttersprache erlernt und jenen Kenntnissen, die man in der Schule vermittelt bekommt. Jede Deutschprofessorin wird davon zu berichten wissen, dass sie versucht, ihren Schülern &#8220;der wos&#8221; und andere umgangssprachliche Phrasen abzugewöhnen und ihnen die korrekte Grammatik nahezubringen. Wer türkisch nur als gesprochene Sprache kennt, beherrscht die Sprache nicht. Jetzt kann dieser Mensch im Alter von 12, 13, 14 oder 15 Jahren Türkisch als Schulfach wählen und mit 17 oder 18 darin maturieren. Doch was lernt er oder sie dabei, was nicht schon vorher gekonnt wurde? Okay, vielleicht ein paar grammatische Feinheiten, ein paar Vokabel oder ein wenig türkische Literatur. Das Denken über den eigenen Kulturkreis hinaus lernt er oder sie aber sicher nicht. Herr Korecky, Sie widersprechen sich selbst. Davon abgesehen: Wenn man, so wie es die FPÖ und auch die ÖVP in Wahlkampfzeiten regelmäßig vorführt, die eigene Kultur über die Sprache zu definieren sucht, dann liegt es nahe, dass die Sprache selbst kulturelle Merkmale zu transportieren vermag. Die Matura wäre für diese Gruppe von Schülern somit quasi zum Diskontpreis zu haben gegenüber Jugendlichen mit deutscher Muttersprache. Es gibt genug Fächer, in denen man &#8220;billig&#8221; maturieren kann. Natürlich hängt das von den Lehrern ab&#8211;aber Religion und Bildnerische Erziehung sind öfters heiße Kandidaten. Was mich an diesem Argument aber am meisten stört ist dieser Neidreflex: &#8220;Warum sollen&#8217;s die Migranten dabei einfacher haben als die Einheimischen?&#8221; Ja warum nicht? Warum sollte man Jugendlichen, die zu einem größeren Teil aus bildungsfernen Schichten stammen, die teilweise kein perfektes Deutsch als Muttersprache mitbekommen haben und sich anderen widrigen Umständen zu Trotz bis zur AHS-Matura durchgearbeitet haben, nicht ein Fach anbieten, in dem sie Vorteile haben? Warum sollen österreichische Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht die Möglichkeit bekommen, auch jene Sprache zu lernen, in der sie ihren Großeltern einen Brief schreiben können? Warum sollte man den österreichischen Schülerinnen und Schülern nicht die Möglichkeit geben, eine Sprache zu lernen, die von 65 Millionen Leuten in der Nähe Europas als Muttersprache gesprochen wird? Es wird ja niemand dazu gezwungen, Türkisch zu lernen, genauso wie niemand ein Problem damit hat, dass auch Russisch auf der Liste der möglichen zweiten lebenden Fremdsprachen steht! Warum sollten sie nicht die Möglichkeit haben, die Sprache eines Landes zu erlernen, das vor den Toren der EU liegt und für europäische Unternehmen ein bedeutender Zukunftsmarkt ist? Warum nicht? druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>#wikileaks</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 17:00:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In aller Kürze möchte ich darauf hinweisen, dass es für uns Europäer recht einfach ist, an Wikileaks zu spenden: Die deutsche Wau Holland Stiftung (Wikipedia-Eintrag; aus dem Umfeld des Chaos Computer Club) nimmt Spenden für Wikileaks entgegen, die laut diesem Artikel aus dem Juli 2010 sorgfältig verwaltet werden: &#8220;Geld gibt es von uns nur gegen Ausgabebeleg. Wir zahlen den Wikileaks-Leuten kein Gehalt, keine Honorare, keine Tagessätze und nicht einmal die Spesenpauschalen wie sie im deutschen Steuerrecht vorgesehen sind&#8221;, sagte [der 2. Vorsitzende der Stiftung, Henrik Fulda] Die Stiftung wird von den deutschen Behörden auf ihre Gemeinnützigkeit kontrolliert und die Spenden an sie sind zumindest in Deutschland steuerlich absetzbar. Dank der relativ neuen europäischen Zahlungsanweisungen ist eine Spende an die Stiftung nicht schwieriger als das Ausfüllen eines Erlagscheins&#8211;und komplett unabhängig von Paypal, VISA und MasterCard. Die Kontodaten stehen auf der Site der Stiftung und bei WikiLeaks. PS: Über die Vorwürfe an Julian Assange möchte ich hier nichts schreiben, aber euch die Artikel des britischen Guardian empfehlen. Das schwedische Fernsehen hat eine einstündige englischsprachige(!) Dokumentation über WikiLeaks auf seiner Website, die offenbar nur noch ein paar Tage lang zu sehen sein wird und sehr zu empfehlen ist! druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Tot und lebendig: das Erwin-Schrödinger-Institut für mathematische Physik</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 23:32:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eines der vielen unangenehmen Nebenprodukte der heurigen Budgetverhandlungen, die an sich ja schon als verfassungswidrig spät angesetzt bezeichnet wurden, ist die geplante Kürzung der Subventionen für eine ganze Reihe österreichischer außeruniversitärer Forschungsinstitute. Auf der langen Liste, die Anfang November bekannt wurde,  finden sich ein paar allgemein bekannte Institute wie zum Beispiel das Institut für Höhere Studien und Wiss. Forschung - IHS, das Konrad-Lorenz-Forschungsinstitut in Grünau im Almtal und viele nahezu unbekannte Institute. Für besonderes Aufsehen hat die geplante Streichung der Subventionen für das Erwin-Schrödinger-Institut für mathematische Physik gesucht. Das ESI hat es als kleines, aber feines Institut geschafft, in seinem Bereich zu weltweiter Anerkennung zu kommen. In einem Gastkommentar auf der ORF-Wissenschaftsseite zitiert dessen Direktor Klaus Schmidt nicht nur namhafte WissenschaftlerInnen, sondern auch eine Presseaussendung des Wissenschaftsministeriums: Das Erwin-Schrödinger-Institut ist auf dem Gebiet der mathematischen Physik und Mathematik weltweit führend und wurde für Wissenschaftler und Forscher aus der ganzen Welt zu einer wichtigen Forschungs-, aber auch Begegnungsstätte. Dementsprechend groß war der Aufschrei in der wissenschaftlichen Community. Offenbar aber war es von vornherein geplant, die &#8220;guten&#8221; Institute von den &#8220;schlechten&#8221; zu trennen. Der ORF berichtet über die Vorhaben der Ministerin am 16.11.: Ziel Karls ist es, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verstärkt in bestehende Strukturen wie die Universitäten oder die Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zu integrieren. Dazu bietet die Ministerin nun finanzielle Anreize, primär für den Bereich Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK). Dumm nur, dass sich die Wissenschaftsministerin in der österreichischen Wissenschaftslandschaft bewegt wie ein Elefant im Porzellanladen: ein paar Zugangsbeschränkungen da, ein paar Budgetkürzungen dort, hier die größten studentischen Proteste seit Jahren, dort ein Versuch, die gerade abgeschafften Studiengebühren wieder einzuführen. Noch dazu ein geerbter Versuch, eine Elite-Uni aufzuziehen&#8211;als Forschungsinstitut. Ist der Ruf erst mal ruiniert, regiert sich&#8217;s wirklich ungeniert. Die internationale PR ist verheerend. Noch dazu, wenn Frau Karl sich mit dem offenbar schon länger davor geplanten Anschluss des Erwin Schrödinger Instituts an die Uni Wien nachträglich noch Sympathiepunkte abholen möchte. Das Journal Science schreibt: The world-renowned Erwin Schrödinger International Institute for Mathematical Physics in Vienna has been rescued from imminent closure after more than two hundred international researchers — including Nobel prizewinners and recipients of the Fields Medal — wrote letters of support to the Austrian government. Das eigentliche Ziel der Ministerin dürfte aber ein anderes sein: Das Ministerium finanziert den Anschluss von ein paar Instituten an Unis oder an die Akademie der Wissenschaften. Dann, wenn dieses Geld weg ist, müssen die Unis wegen der klammen Budgetsituation die Aktivitäten der ehemaligen Forschungsinstitute selbst zusammenkürzen oder einstellen. Das Ministerium aber ist fein raus. druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Wie viel Arbeit ist ein Uni-Studium?</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 08:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der wieder mal aktuellen Bildungsdebatte wird zwischen den Zeilen die Auffassung propagiert, Studieren wäre ohnehin so eine lässige Sache und Studentinnen und Studenten würden ohnehin mehr als genug Freizeit haben. Finanzminister Josef Pröll von der VP argumentierte unlängst in der Presse, &#8220;Man kann doch zur Sanierung des Landes verlangen, dass sich die 24-Jährigen auf eigene Beine stellen.&#8221; Nun, wie zeitaufwändig stellt sich der Gesetzgeber ein Studium vor? Das Universitätsgesetz definiert den Arbeitsaufwand eines Studiums folgendermaßen: (§51 (2) Z26 Universitätsgesetz 2002) Der Umfang der Studien mit Ausnahme der Doktoratsstudien ist im Sinne des Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (European Credit Transfer System &#8211; ECTS, 253/2000/EG, Amtsblatt Nr. L 28 vom 3. Februar 2000) in ECTS-Anrechnungspunkten anzugeben. Mit diesen Anrechnungspunkten ist der relative Anteil des mit den einzelnen Studienleistungen verbundenen Arbeitspensums zu bestimmen, wobei das Arbeitspensum eines Jahres 1500 Echtstunden zu betragen hat und diesem Arbeitspensum 60 Anrechnungspunkte zugeteilt werden. Die ECTS-Punkte beziffern den gesamten Zeitaufwand, also sowohl die Zeit, die die Lehrveranstaltung selbst in Anspruch nimmt, als auch die Zeit, die fürs Lernen, Schreiben von Seminararbeiten, Lösen von Übungsbeispielen und so weiter aufgewendet werden muss. 1 ECTS-Punkt entspricht somit 25 Arbeitsstunden (1500/60). Das Semester hat zirka 15 Wochen (das nicht mehr gültige Universitäts-Studiengesetz schrieb genau 30 Wochen pro Studienjahr und mindestens 14 pro Semester vor, nunmehr können die Unis das flexibler gestalten). Die Bachelor- und Masterstudienpläne sind so gestaltet, dass auf jedes Semester 30 ECTS kommen (insgesamt 180 ECTS für Bachelor und 120 ECTS für Master). Aus diesen Angaben ergibt sich eine Arbeitszeit von 50 Stunden pro Woche während des Semesters (25*30/15). In Deutschland geht die Kultusministerkonferenz sogar von einem Zeitaufwand von 1800 Stunden pro Jahr aus, das ergäbe 30 Stunden pro ECTS bzw. 60 Stunden pro Woche. Natürlich bleiben in diesen Berechnungen die vorlesungsfreien Zeiten (vor allem im Sommer) unberücksichtigt. Es bleibt aber auch unberücksichtigt, dass viele Studierende mehr Lehrveranstaltungen als vorgeschrieben besuchen und im Sommer ohnehin Ferialjobs haben. druckerfreundliche Ansicht]]></description>
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		<title>Meine Wahlempfehlung für Wien</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 06:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn manche Parteien auf Bundesebene und in Wien wieder einmal ins politische Gruselkabinett abtauchen um danach eine Schlacht der grauenhaftesten Fundstücke zu veranstalten, dann steht wieder einmal die Wiener Gemeinderatswahl im Kalender.]]></description>
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