Ein bisschen mehr Privatsphäre beim Surfen

Ein bisschen mehr Privatsphäre beim Surfen

Kennt ihr das? Ihr stöbert in einem Onlineshop, schaut euch die Detailseiten zu einigen Produkten an, und sehr daraufhin wochenlang immer wieder auf diversen Websites Werbung für genau diese Produkte?

Mir ging diese gezielte Werbung und die Datensammlerei, die dahinter steckt, auf die Nerven. Daher habe ich mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, meinen Browser „privacy-freundlicher“ zu konfigurieren. Es geht hier nicht darum, möglichst anonym zu surfen, sondern darum, einen Kompromiss zwischen Komfort und Datenschutz zu finden.

Für weitere Hinweise und Tipps bin ich dankbar.

Update: siehe weiter unten!

Cookies

Cookies werden von sehr vielen Websites gesetzt, um den Benutzer zu identifizieren. Das ist unheimlich praktisch, weil man sich dadurch nicht jedes Mal neu bei Facebook, Amazon etc. einloggen muss. Aber sie werden auch von Werbeplattformen verwendet, um das Surfverhalten von Leuten zu verfolgen und zu speichern.

Ich lasse den Browser die Cookies beim Beenden löschen. Auf diese Weise wird es schwieriger, mein Surfverhalten über Wochen hinweg zu verfolgen. Als Konsequenz davon muss ich mich aber öfter frisch einloggen.

Firefox soll außerdem keine Cookies von Drittanbietern annehmen. Die Einstellungen für die Cookies sind im Firefox ein bisschen versteckt, weil Cookies unter dem Begriff „Chronik“ zusammengefasst werden (siehe Screenshot).

Offline-Webinhalte sind Cookies nicht ganz unähnlich, aber Websites können darin weit mehr Daten ablegen. Es ist sinnvoll, dort auch hineinzuschauen. Wer einmal 2048 gespielt hat, wird dort den Spielstand finden.

Passwörter

Es ist sinnvoll, gleich einen Passwortmanager zu verwenden. Alternativ könnte ich Usernamen und Passwörter einiger Websites im Firefox speichern lassen. Dadurch brauche ich nach einem Neustart des Browsers nur zwei oder drei Klicks, um mich auf einer Website wieder einzuloggen. Die Funktion zum Synchronisieren der Passwörter in Firefox verwende ich nicht.

Ghostery

Ghostery ist ein nettes Plugin, das „Tracker“ auf Seiten deaktiviert. Tracker sind hier im Prinzip fast alle Elemente, mit deren Hilfe Dritte das Surfverhalten nachverfolgen können–Statistik-Skripte, Facebook-Like-Buttons, Disqus-Kommentare und vieles mehr. Als angenehmer Nebeneffekt werde ich damit auch die meiste Werbung los.

Do Not Track

Mit dieser Einstellung teilt man Websites mit, dass man bitte nicht verfolgt werden möchte. Der Nutzen ist fraglich, schaden kann’s aber eher nicht.

Flash-Plugin?

Es gibt ein paar gute Gründe, ohne Flash zu surfen. Einerseits verbraucht Flash eine Menge Rechenleistung und leert dadurch den Akku schneller. Andererseits sind viele Inhalte auch als HTML5-Videos verfügbar. YouTube funktioniert beispielsweise ohne Flash problemlos (eventuell mit Hilfe des Plugins „YouTube ALL HTML5“). Flash-Cookies sind datenschutztechnisch sehr bedenklich.

Leider kommen einige Websites doch nicht ohne Flash aus. Ich verwende Flash–wenn nötig–in einem weiteren Browser. Als Alternative gibt es auch Plugins, die Flash-Inhalte erst bei Klick aktivieren. Natürlich muss ich den Zweitbrowser in den anderen Punkten ähnlich konfigurieren.

Weiteres

Update: Robert Harm hat mich auf einen Blogpost von Michael Kalina hingewiesen, der einige der oben erwähnten Punkte, aber auch einige weitere Schritte empfiehlt. Anleitungen zu den folgenden Punkten findet ihr dort.

  • Firefox die verwendeten Zertifikate automatisch auf ihre Gültigkeit prüfen lassen
  • Mittlerweile für unsicher gehaltene Verschlüsselungsalgorithmen nicht mehr akzeptieren
  • Von vornherein zeigt der Browser bereits besuchte Links in einer anderen Farbe an und präsentiert beim Öffnen eines neuen Tabs die am häufigsten besuchten Websites. Theoretisch kann man dadurch Dinge über den Benutzer des Browsers erfahren. Diese beiden Punkte kann man abstellen (was aber nur dann Sinn macht, wenn man auch die Chronik nicht anlegen oder regelmäßig löschen lässt).
  • Als Suchmaschine nicht Google, sondern z.B. DuckDuckGo einstellen.

Außerdem hat mich OSMGraz auf einen Vortrag zu diesem Thema bei den Grazer Linuxtagen hingewiesen. Die Folien dazu kann man herunterladen.

Vielen Dank!