Was war los mit euch, Grüne? Eine Analyse.

Zu dem Ausscheiden der Grünen aus dem Nationalrat konnte man in den letzten Tagen in Zeitungen und online viele Kommentare lesen. Die meisten davon wurden von Mandataren der Grünen, von ehemaligen Mitgliedern und von Journalisten geschrieben. Die Verfasser haben ein gewisses Maß an Wissen über die internen Angelegenheiten der Partei und sind daher möglicherweise etwas mehr dazu geneigt, das katastrophale Abschneiden der Grünen als Folge einiger dieser Interna zu sehen. Sie bringen natürlich auch ihre eigenen politischen Überzeugungen in diese Kommentare ein. Man liest, die Führungsspitze habe sich abgeschottet (Maurer), die Grünen seien zu belehrend gewesen (Chorherr), es mangele an innerparteilicher Demokratie (Voggenhuber), und so weiter.

Ich finde, die Grünen haben es diesmal nicht geschafft, sich selbst als eine sinnvolle Wahl anzubieten.

Das hat mehrere Gründe:

Mehr lesen

Nationalratswahl 2017: Wie gut passen die Parteien zueinander?

Nationalratswahl 2017: Wie gut passen die Parteien zueinander?

Die Nationalratswahl und die Phase der Regierungsbildung naht. Auch wenn wir eh schon zu wissen meinen, wer mit wem in Koalition gehen wird, finde ich es interessant, nachzusehen, wie gut die politischen Programme der Parteien zueinander passen. Dazu habe ich, wie schon bei vergangenen Wahlen, die Antworten der Parteien auf die Fragen der politischen Orientierungshilfe Wahlkabine.at ausgewertet.

Die folgende Tabelle gibt den Grad der Übereinstimmung der Antworten von je zwei Parteien wieder. Genaueres zur Methodik siehe unten.

Mehr lesen

Das Nokia 3310 im Test

Das Nokia 3310 im Test

Das Nokia 3310 aus dem Jahr 2000. (CC-BY-SA Multicherry)
Das neue 3310.

„Neuauflage eines Klassikers“ nennt Nokia-Nachfolger HMD Global das 3310. Einmal kurz nachdenken: Wie sah das ursprüngliche Nokia 3310 eigentlich aus? So wie rechts abgebildet.

Das neue 3310 hat Ähnlichkeiten zu ein paar klassischen Nokia-Geräten, zum Beispiel auch zum 8210. Angenehmerweise haben aber einige Neuerungen Einzug gehalten: bessere und leichtere Akkus, zum Beispiel. HMD hat mir das Gerät in „Warm Red“ zur Verfügung gestellt. Wer glänzendes Korallenrot nicht mag, hat die Wahl zwischen glänzendem Gelb, mattem Dunkelblau und Grau.

Was es kann.

Telefonieren. Notfalls mit einer Akkuladung auch 22 Stunden lang. SMS kann man damit natürlich ebenso schicken. Wer es satt hat, für ein „t“ eine Taste viermal zu drücken, kann auch T9 einschalten – und ist damit nicht wesentlich langsamer als auf einem Smartphone. Im Standby kommt es laut Hersteller 25,3 Tage mit einer Akkuladung aus. Realistisch gesehen muss es daher etwa einmal alle 1-2 Wochen ans Ladegerät, wenn man ein bisschen telefoniert und die eine oder andere Runde Snake spielt. Das Kultspiel ist vorinstalliert; es kommt in einer modernisierten Fassung, die nicht sehr viel mit dem ursprünglichen Snake gemeinsam hat, aber recht nett zu spielen ist. Mehr lesen

Digital Detox

Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Wer diese These in einem Artikel aufstellt, meint meistens, dass man mit Hilfe des Internets viele Dinge einfacher erledigen kann als früher.

Die Schattenseite ist, dass man ständig erreichbar ist, schon beim Aufstehen die E-Mails checkt, beim Frühstück planlos auf Newswebsites herumklickt und auch während des Tages recht oft das Smartphone aus der Tasche zieht. Mit der Zeit lernt man sich diese Verhaltensweisen ein. Das Internet ist dann im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken“.

Daher möchte ich in den nächsten Tagen folgendes versuchen:

Um Telefonanrufe, E-Mails, SMS und diverse andere Nachrichten werde ich mich einmal täglich (abends) kümmern – in Analogie zum Briefkasten, den man auch nur einmal täglich leert.

Laptop und Smartphone möchte ich in der übrigen Zeit nur verwenden, wenn ich aktiv etwas nachschauen möchte.

Alle, deren Nachrichten, Anrufe etc. für einige Stunden unbeantwortet bleiben, möchte ich hiermit um Verständnis bitten. Falls es wirklich dringend ist: ich habe auch ein Festnetztelefon. Dessen Nummer lässt sich herausfinden – im Internet.

Der Shitstormpranger. Zur Kritik in Social Media.

Eine Person des öffentlichen Lebens, einE PolitikerIn oder eine Firma postet etwas auf Facebook oder Twitter. Andere greifen die Aussage auf und kritisieren sie öffentlich, beispielsweise, indem sie einen Screenshot anfertigen („damit das nicht verschwindet“) und ihn in ihrem eigenen Netzwerk weiter verbreiten. Die Kommentare bewegen sich irgendwo zwischen berechtigter Kritik und regelrechter Beleidigung. Die betroffene Person hat kaum eine Möglichkeit, auf diese Kritik einzeln zu antworten und ihre Tat so zu rechtfertigen. Sie behilft sich vielleicht mit einer tollpatschigen Entschuldigung („Es tut mir leid, dass ihr mich falsch verstanden habt“), die zu spät kommt und weiter kritisiert wird. Ein mittlerweile oft gesehenes Muster.

Die betroffene Person fühlt sich dann oft als „Opfer“ eines „Shitstorms“. Einige Medien machen bei dieser Täter-Opfer-Umkehr bereitwillig mit. Die Schuldfrage interessiert mich aber nicht: Wer etwas veröffentlicht, muss sich dafür rechtfertigen.

Mich interessiert die Antwort auf folgende Frage: Warum postet jemand öffentlich Kritik auf Facebook oder Twitter?

Ich möchte euch dazu anregen, euch selbst die folgende Frage zu stellen, bevor ihr Kritik veröffentlicht:

„Was ist meine Motivation dahinter?“

Hier sind ein paar denkbare Antworten und ein paar Gedanken dazu: Mehr lesen