Kurztest: Bird Elektro-Tretroller

Kurztest: Bird Elektro-Tretroller

Seit vergangenem Samstag stehen in Wien etwa hundert Elektrominiscooter des US-amerikanischen Anbieters Bird, die man per App unkompliziert mieten kann. Eine Probefahrt.

Die App kann man im Play Store oder im App Store herunterladen. Die Registrierung ist angenehm unkompliziert: ich musste nicht einmal meinen Namen angeben. Die Kreditkartennummer gibt man nicht gleich, sondern vor der ersten Fahrt ein.

Die Roller stehen von ca. 7 Uhr früh bis ca. 9 Uhr abends zur Verfügung. In der Nacht werden sie eingesammelt, aufgeladen und wieder ausgesetzt. (Ich bin gespannt, ob diese Vorgehensweise verhindert, dass zu viele Roller im Donaukanal landen.) In der App sieht man ihre Positionen und dabei fällt auf, dass sich die Roller in der Früh nur in den inneren Bezirken befinden. Gegen Abend bewegen sich dann manche Roller auch mal in die Gebiete jenseits des Gürtels. No-Go-Zonen sind in der App derzeit nicht zu sehen.

Die App zeigt die Standorte der Roller an. Allerdings war der erste, den ich verwenden wollte, nirgendwo zu finden. Es gibt die Möglichkeit, einen gesuchten Roller über einen Knopf in der App läuten zu lassen, aber auch das half nicht. Hat man einen gefunden, scannt man den QR-Code von dessen Lenker oder gibt den daneben stehenden Code ein und die Fahrt beginnt.

An das Fahren mit dem Roller habe ich mich binnen ein paar dutzend Metern eingestellt. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, dass der Elektromotor erst übernehmen möchte, nachdem man zwei- oder dreimal mit dem Fuß angetaucht hat. Danach kann man den Fuß auf dem Trittbrett lassen. Der Miniscooter erreichte eine angenehme Geschwindigkeit, mit der ich mich noch sicher fühlte.

Fahren sollte man in etwa dort, wo man auch mit einem Fahrrad fahren würde – also nicht am Gehsteig, sondern am Radweg oder auf der Fahrbahn. Handzeichen zum Abbiegen zu geben funktioniert allerdings nur bedingt, denn dazu müsste man mit der rechten Hand den Gashebel loslassen. Ob die Roller auf Wiens leider häufig unterdimensionierten Radwegen zum Problem werden, wird sich noch zeigen.

Am Ende der Fahrt soll man den Roller möglichst bei einem Radständer abstellen, also in jenem Bereich eines Gehsteigs, in dem auch Stadtmobiliar steht und in dem der Roller möglichst niemandem im Weg ist. Die App verlangt auch nach einem Foto des Gefährts am Abstellort.

Die Fahrt mit den Bird Miniscootern kostet derzeit 1€ pro Fahrt plus 15 Cent pro Minute. Damit ist Bird pro Kilometer ein bisschen günstiger als die Carsharinganbieter Car2Go und DriveNow, aber immer noch  vergleichsweise teuer. Wer sich mit der Idee spielt, mit einem Elektrominiscooter in die Arbeit zu pendeln, ist wohl besser beraten, sich einen eigenen um etwa 430€ zu kaufen, denn das sollte sich nach etwa einem halben Jahr rentieren.

An ein paar Stellen kann Bird sicher noch nachbessern: Die Scooter zählen laut Medienberichten als E-Bikes, aber sie sind nicht mit jenen Reflektoren ausgestattet, die für Fahrräder vorgeschrieben sind. Was mir auch auffällt, ist, das ich von Bird keine Rechnung bekommen habe. Zugegeben: anfangen könnte ich damit ohnehin nichts.

Daten und Fakten zur Mondfinsternis am 27. 7. 2018

Daten und Fakten zur Mondfinsternis am 27. 7. 2018

Sonnen- und Mondfinsternisse sind immer wieder interessante und spektakuläre Himmelsereignisse. Die nächste Mondfinsternis, die von Mitteleuropa aus beobachtbar ist, wird sich in den Abendstunden des 27. Juli 2018 ereignen.

Ablauf

(Alle Zeitangaben sind in Mitteleuropäischer Sommerzeit, also UTC+2.)

Der Mond tritt um 19:13 mit dem ersten Bisschen in den Halbschatten der Erde ein. Dieses Ereignis ist so unscheinbar, dass es als praktisch unbeobachtbar gilt.

Um 20:24 tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Der Eintritt selbst ist in Mitteleuropa leider noch nicht zu sehen, da der Mond erst im Verlauf der Finsternis aufgeht: in Wien schon fünf Minuten später, um 20:29, in Bregenz erst um 20:54. Theoretisch, denn in der Praxis wird man ihn durch den Landschaftshorizont erst einige Minuten später sehen.

Der Mond um 21 Uhr über Wien

Die totale Phase der Finsternis beginnt um 21:30 und endet um 23:14. In dieser Phase ist die gesamte Mondscheibe im Kernschatten der Erde.

Um 0:19 hat der Mond den Kernschatten zur Gänze verlassen.

Die Finsternis endet um 1:30, wenn der Mond den Halbschatten komplett verlassen hat. Auch das ist praktisch unbeobachtbar.

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Ciao, Fernsehen. Über technische Änderungen und den persönlichen Wandel im Medienkonsum.

Ende Oktober soll das über DVB-T ausgestrahlte Fernsehsignal in Wien abgedreht werden. Für mich ist das ein Grund, über Alternativen nachzudenken.

Bei mir im Wohnzimmer steht ein Röhrenfernseher. Noch. Darunter ein alter Videorecorder. Noch. Beide hatten in den letzten Jahren nicht viel zu tun. Der Videorecorder hat vermutlich vor 15 Jahren das letzte Mal eine Videokassette bespielt. Den Fernseher verwende ich vielleicht einmal im Monat.

Noch steht bei den beiden eine DVB-T-Box. Als 2007 die analogen Programme abgeschaltet wurden, schien es mir sinnvoll, die Box zu kaufen, um Programme des ORF, von Puls4, ATV und ein paar anderen mit einer einfachen Zimmerantenne empfangen zu können. Im Laufe der Zeit ist auch ein DVB-T-Stick dazu gekommen. Den kleinen Stick habe ich erst an den PC, dann an ein NAS angeschlossen, um diese Geräte als digitale Videorecorder zu verwenden und Sendungen im lokalen Netzwerk auf Computer, Tablet oder Beamer zu streamen.

Mit 27. Oktober wird die Ära des konventionellen Fernsehens in meinem Haushalt enden. An diesem Tag wird angeblich das über DVB-T ausgestrahlte Fernsehsignal in Wien abgeschaltet. Wer über eine Antenne fernsehen möchte, braucht dann einen TV-Receiver, der den neuen Standard DVB-T2 unterstützt, sowie einen Vertrag mit der Firma SimpliTV. Mehr lesen

Surfen in Wien

Surfen in Wien

Surfen in der Stadt? Klar, dazu braucht man einen Strand…oder einen passenden Kanal…bisher. Diesen Sommer kann man in Wien sehen, dass es auch anders geht. Dem altehrwürdigen Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz stiehlt noch bis Ende September eine künstliche Surfwelle die Show.

Die 3CityWave ist eine Konstruktion aus Gerüstbauteilen, Containern, Folien und viel Technik. Das Wasser fließt eine kurze Rampe hinunter, wird durch eine Erhebung im Becken zur Welle geformt und bricht dahinter. Danach fließt es durch ein feinmaschiges Gitter in ein Sammelbecken, aus dem es wieder hinaufgepumpt wird.

Surfen auf der künstlichen Welle
Es ist nicht ganz einfach, das Gleichgewicht zu halten (Foto: Georg Krewenka)

Wer sich als WellenreiterIn versuchen möchte, kann vorab eine Surf-Session (39€ für 50 Minuten mit bis zu 12 Personen) reservieren oder einfach auf gut Glück vorbeikommen. Mehr als eine Badehose, ein Handtuch und ein wenig Mut braucht man nicht: Surfbretter und wasserfeste T-Shirts werden zur Verfügung gestellt. Das Wasser ist warm, weil es durch das ständige Herumpumpen erwärmt wird—damit kann man auch bei schlechtem Wetter angenehm surfen. Der Neoprenanzug, den ich auf den Bildern trage, verhindert, dass mir draußen kalt wird, und kann vor Ort ausgeborgt werden. Mehr lesen

Radtour: Neusiedlersee, die Ostseite

Radtour: Neusiedlersee, die Ostseite

Der Nationalpark Neusiedlersee ist dafür bekannt, dass man ihn gut mit dem Fahrrad erkunden kann. Beim Planen einer eher kurzen Tour mit etwa 35 km Länge bin ich auf eine kleine Herausforderung gestoßen. Der See ist doch recht lang und so kommt die typische Radrunde rein auf österreichischer Seite (Neusiedl – Podersdorf – Illmitz – Fahrradfähre – Mörbisch – Rust – Neusiedl) auf etwa 75 km. Das ist eine nette sportliche Tour, aber zu lang für einen eher gemütlichen Ausflug mit Freunden. Daher habe ich die folgende Route geplant.

Route

Neusiedl am See – Weiden – Podersdorf – Illmitz – Apetlon – Pamhagen

Bei Südwind die Route umdrehen.

Von Neusiedl am See Bhf. nach Osten über Bahnstraße und Eisenstädter Straße zur Ortsdurchfahrt. Nach dem Hauptplatz rechts Richtung See abbiegen und nach ein paar hundert Metern die Bahn überqueren. Weiter der Beschilderung „B10“ folgend nach links Richtung Weiden am See fahren. Der weitere Weg ist gut als „B10“ ausgeschildert (auch wenn das jetzt wie eine Bundesstraße klingt: es ist ein Radweg). Mehr lesen