Im Test: HP Instant Ink

Vor einiger Zeit suchte ich nach einem Scanner mit automatischem Vorlageneinzug. Scanner scheinen heutzutage in zwei Varianten erhältlich zu sein: sauteure Geräte, die für die kommerzielle Verwendung gedacht sind und in einem Affenzahn scannen können, und Geräte, an denen ein Drucker dranhängt. Letztere Variante kam mir nicht ganz ungelegen: ich hatte einen Farblaserdrucker daheim, der zwar solide gebaut war, aber trotz einer neuen Bildtrommel verschmierte Ausdrucke produzierte.

Ich gehöre nicht zu jenen, die gerne alles mögliche ausdrucken und auf Papier lesen. Bis zu einem gewissen Grad ist mir Papier ein Dorn im Auge. Es liegt oft herum und verlangt danach, sortiert und abgelegt oder weggeworfen zu werden. Ein Ordner mit PDFs lässt sich viel einfacher durchsuchen als ein Aktenordner. Dennoch gibt es hin und wieder etwas, das ich auf Papier haben muss oder möchte – und das dann möglichst schnell.

(Ergänzung vom 10.2.2019 siehe unten)

HP bietet nun unter der Bezeichnung „Instant Ink“ ein Abonnement für Druckertinte an. Die Idee ist recht einfach, aber es gibt viel Kleingedrucktes. Man zahlt für die Tinte pro gedruckter Seite – egal, ob man ein Foto auf Fotopapier oder Text auf Normalpapier druckt. Der Drucker meldet die Zahl der gedruckten Seiten an den Server des Herstellers. Die Gebühren werden monatlich abgebucht, zum Beispiel per SEPA-Lastschrift, von einer Kreditkarte oder von einem Prepaid-Kontingent.

Nach der Anmeldung bekommt man ein Set Tintenpatronen zugeschickt. Das Abonnement beginnt, sobald man die erste dieser Patronen in den Drucker einsetzt. Die leeren Patronen kann man mit einem beiliegenden Beutel kostenlos an HP zum Recycling zurückschicken. Da der Drucker nach Hause telefoniert, weiß HP auch, wann der richtige Zeitpunkt ist, um einen neuen Satz Tintenpatronen zu schicken.

Das Angenehme an der ganzen Sache: im Einstiegstarif sind 15 Seiten pro Monat gratis. Man muss nur das Papier selbst kaufen. Wer also so wie ich nur hin und wieder etwas drucken muss, meldet sich für das Programm an und braucht sich fortan nicht mehr um Tinte zu kümmern. Druckt man in einem Monat mehr, so zahlt man 1€ pro 10 Seiten. Dabei ist es egal, ob das vollflächige Fotos oder ein einfache Texte sind. HP behält sich natürlich vor, dieses Angebot binnen einer kurzen Frist wieder einzustellen.

Für Leute, die wenig drucken, ist der Einstiegstarif ziemlich wirtschaftlich: Wer zwischen 10 und 30 Seiten pro Monat (zufällig verteilt) druckt, hat über 2 Jahre hinweg Kosten von etwa 14€ bei ca. 480 gedruckten Seiten, also ca. 3 Cent pro Seite. (Das sind definitiv einige Seiten mehr, als ich in letzter Zeit gedruckt habe.)
Ein Set Original-XL-Tintenpatronen für meinen Drucker kostet hingegen bei Amazon derzeit etwa 70€ und reicht laut Herstellerangaben für 825 Seiten, macht etwa 8 Cent pro Seite.

So entwickeln sich die Kosten, wenn man monatlich 20 +/- 10 Seiten druckt.

Ab 45 Seiten pro Monat lohnt sich der Umstieg auf den günstigsten der anderen Tarife, die HP anbietet und die eine Grundgebühr und ein höheres Seitenkontingent pro Monat enthalten. Man kann dann aber nicht mehr zum kostenlosen Tarif zurück.

Ein Nachteil an der ganzen Sache ist, dass man sich damit noch ein Gerät ins Haus holt, das die eigenen Nutzungsgewohnheiten an den Hersteller meldet und sich auch zu einer Sicherheitslücke für das Heim- oder Büronetzwerk entwickeln könnte. Andererseits gilt das auch für manche andere Netzwerkdrucker, die ohne Abonnement verwendet werden.

Hinweis: Diesem Blogbeitrag liegt keine Kooperation mit HP zugrunde. Ich brauchte einfach einen neuen Scanner und Drucker.

Ergänzung (10.2.2019): Ein Blogpost wirft zwei erwähnenswerte Punkte auf: Einerseits sollen die von HP geschickten Tintenpatronen nur so lange vom Drucker akzeptiert werden, solange das Abonnement läuft. Andererseits diene das Zurückschicken von Patronen an HP auch dazu, dass Patronen-Nachfüllfirmen sie nicht in die Hände bekommen.