LG G Pad 8.3 im Test

LG G Pad 8.3 im Test

Eine Vorbemerkung: Gesponserte Produkte und bezahlte Reviews sind immer wieder ein Diskussionsthema unter Bloggern. LG hat mir für diesen Blogpost ein Tablet für ein paar Wochen geborgt und ich habe es gerne ausprobiert. Wenn ich dafür Geld bekommen hätte, müsste ich diesen Beitrag laut Mediengesetz (§26-27) als Werbung kennzeichnen.

Die Hardware

Die Eckdaten: Qualcomm Snapdragon 600 Prozessor, Quad-Core mit 1,7 GHz, 2GB RAM, 16 GB eMMC Speicherplatz. Hauptkamera mit 5 MP und Autofokus, Frontkamera mit 1,3 MP. 21,1 cm Full HD IPS Display (1920 x 1080 Pixel) mit 273 ppi. Akku mit 4600mAh. Bluetooth, WLAN und ein IR-Sender. ~340g. Stereo-Lautsprecher. Micro-SD-Slot. Schwarz oder weiß.

LG G Pad 8.3 und ein PDF
LG G Pad 8.3 und ein PDF
(Falls das Bild unscharf aussehen sollte, liegt das an der Kamera und der Bildbearbeitung.)

Das Gerät hat eine angenehme Größe und kommt mir für seine Größe sehr leicht vor (ich bin das Ipad aus der zweiten Generation gewöhnt). Den Bildschirm könnte man als Retina Display bezeichnen, wenn Apple diesen Begriff nicht für seine Produkte geschützt hätte. Text, Grafiken und Bilder werden scharf und leuchtstark dargestellt. Die Kamera liefert gute Fotos, auch, wenn man das Tablet wohl eher selten dafür verwenden wird. Wie lange das Gerät mit einer Akkuladung läuft, habe ich nicht probiert, weil das bei der Art und Weise, wie ich ein Tablet verwende, schwer zu messen ist. Die 16 GB Speicher mögen zwar eher mager erscheinen, aber man kann heute 64 GB-Micro-SD-Karten um unter 50€ kaufen und verwenden. SIM-Slot hat das G Pad keinen, aber man kann es via Bluetooth mit einem Smartphone koppeln oder im WLAN verwenden.

Die Software

Auf dem G Pad läuft eine Version von Android 4.2.2 (Jelly Bean), der LG eine Menge zusätzlicher Features und einige Apps spendiert hat. Generell fällt auf, dass LG nicht damit zögert, den Benutzer mit einer an Optionen und Elementen reichen Oberfläche zu konfrontieren. Ich finde das zwar ein bisschen ungewohnt, weil einige andere Hersteller dazu tendieren, die Oberfläche „aufzuräumen“ und die Optionen wegzulassen oder in viele Ebenen von Untermenüs zu verbannen, aber mir gefällt LGs Ansatz. Wenn man länger mit dem Gerät zu tun hat, gewöhnt man sich daran und erfreut sich der Tatsache, dass man mehr Überblick über die Funktionen hat und sie mit weniger Tappern steuern kann. Es ist ein bisschen so, als ob man in der Leitwarte, in einem Kontrollzentrum sitzt.

Sehr angenehm ist, dass man das G Pad durch einen Doppeltapp auf den Bildschirm aus dem Standby holen kann. Ein Doppeltapp auf die Menüleiste oder einen freien Bereich am Homescreen schickt das Tablet wieder schlafen. Wer möchte, kann eine Bildschirmsperre auch so einrichten, dass man in Abhängigkeit vom „Code“ (Muster) nur manche Apps verwenden kann. Multi-User light, quasi, vermutlich gut für Familien und neugierige Schwiegereltern. Ein ordentliches Benutzermanagement mit einer sauberen Trennung mehrerer Benutzer haben leider im Moment nur die Microsoft Surface-Tablets mit Windows.

Das G Pad kann Multitasking in der Weise, die wir von Android gewöhnt sind: eine App im Vordergrund, die anderen laufen im Hintergrund. Allerdings hat LG auch hier wieder einige kleine Apps mitgeliefert, die man in einer Art echtem Multitasking über die im Vordergrund laufende App legen kann. Damit kann man zum Beispiel komfortabel ein paar Dinge notieren, die man auf einer Website liest, oder auch einen Taschenrechner verwenden.

LG ahnt wohl, dass das Tablet häufig auf dem Couchtisch liegen wird und liefert eine App mit, mit deren Hilfe man einen Fernseher und andere Geräte per Infrarot steuern kann. Dafür bekommen sie von mir Punkte für die Idee. Meinen Fernseher konnte ich damit sehr gut steuern, für die Steuerung einer DVB-T-Box war die App anscheinend nicht vorgesehen.

Wer viel mit Office-Dokumenten zu tun hat, wird es auch recht praktisch finden, dass auf dem Tab eine Office Suite (von Polaris) vorinstalliert ist, die mit den gängigsten Dateiformaten umgehen kann.

Womit wir schon beim Thema Dateien sind. Auf dem G Pad ist von vornherein ein Dateimanager installiert. Das passt recht gut zu der offensichtlichen Philosophie, dem Benutzer ein bisschen mehr Kontrole über das Gerät in die Hand zu geben. Es macht es auch einfacher, Daten zwischen einer SD-Card und dem internen Speicher hin und her zu schieben. Natürlich kann man immer Dateimanager im Google Play Store herunterladen–aber hey, was da ist, ist da.

Anwendungsgebiete

Im Coffeeshop.
Im Coffeeshop.

Mit dem hellen Full-HD-IPS-Display und seiner Größe ist das G Pad gut zum Filme schauen geeignet–wenn man Kopfhörer verwendet. Die Lautsprecher sind leider nicht gut. Sie sind zwar laut genug, aber die Tonwiedergabe leidet sehr darunter, dass die beiden kleinen Lautsprecher nach hinten zeigen und den Schall ziemlich stark gerichtet abgeben. Um mal schnell zwischendurch jemandem ein Youtubevideo zu zeigen, ist der Ton gut genug.

In Kombination mit einer Stereoanlage und/oder einem Bluetooth-Empfänger lässt sich das G Pad sicher gut als Musik-Player verwenden. Auf eine Micro-SD-Card passt sicher auch eine ordentliche Musikbibliothek, wenn der interne Speicher nicht ausreicht.

Wirklich ausgezeichnet ist das G Pad zum Lesen. Dank des hochauflösenden Displays kann man auch PDFs im A4-Format quer sehr gut lesen–auch die kleineren Lettern in mathematischen Formeln werden sehr gut lesbar dargestellt (siehe Foto). Das IPS-Panel hat eine sehr geringe Blickwinkelabhängigkeit, das heißt, man kann das G Pad durchaus auch auf den Tisch legen und schräg draufschauen. Das Display ist auch hell genug, um draußen und auch im prallen Sonnenschein verwendet zu werden. Es spiegelt natürlich ein wenig–eh klar. Durch das verhältnismäßig geringe Gewicht ist das Gerät angenehm zu halten–ich würde aber eine Hülle verwenden, um ein bisschen mehr Griffläche zu bekommen.

Thema Spiele. Ich bin nicht wirklich der Gamer. Die Spiele, die ich ausprobiert habe, sind auf dem G Pad bestens gelaufen. Beim 3DMark-Benchmark erreicht das G Pad 8.3 etwas weniger Punkte als Googles Nexus 4, das Ende 2012 auf den Markt kam.

Fazit

Toll und mit einem Preis von unter 300€ auch sehr konkurrenzfähig.

 

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