Merkurtransit FAQ

Merkurtransit FAQ

Wann kann ich den Merkurtransit beobachten?

Am 9.5.2016 zwischen 13:12 und 20:42 MESZ.

Viele Sternwarten und astronomische Vereine bieten öffentliche Beobachtungen an.

Wie oft ereignen sich Merkurtransite?

Merkurtransite sind seltener als Sonnen- oder Mondfinsternisse, aber häufiger als Venustransite. Im 21. Jahrhundert gibt es 14 Merkurtransite, von denen natürlich nicht alle von Mitteleuropa aus beobachtbar sein werden.

Wann ist der nächste Merkurtransit?

Am 11. November 2019 findet der nächste Merkurtransit statt; er wird von Mitteleuropa aus beobachtbar sein.

Wann war der letzte Merkurtransit?

Am 8./9. November 2006 gab es einen Merkurtransit, der von Mitteleuropa aus unbeobachtbar war. Am 7. Mai 2003 konnte man in Mitteleuropa zuletzt einen Merkurtransit beobachten.

Wie kann ich den Merkurtransit beobachten?

Mit einem Fernrohr mit mindestens 50-facher Vergrößerung und einem für das Fernrohr passenden Sonnenfilter.

Ansicht der Sonne am 9.5.2016 um 13:50 MESZ mit Merkur
Ansicht der Sonne am 9.5.2016 um 13:50 MESZ mit Merkur

Ich habe keinen Sonnenfilter für mein Fernrohr. Kann ich den Merkurtransit trotzdem beobachten?

Mit vielen Fernrohren ist es möglich, eine sogenannte Okularprojektion zu machen. Man montiert dazu hinter dem Okular einen Schirm–zum Beispiel ein Stück weißen Karton–und stellt das Bild auf diesen scharf. Dann sollte es möglich sein, auf dem Bild Merkur zu erkennen. Achtung: bei dieser Methode muss man darauf achten, dass niemand auf die Idee kommt, direkt durchs Fernrohr zu schauen! Außerdem muss man eventuell vorhandene Sucherfernrohre abmontieren oder abdecken. Bei dieser Methode können sich unter Umständen die Bauteile des Fernrohrs erwärmen und dadurch Schäden erleiden.

Kann ich Merkur auch mit freiem Auge mit einer Sonnenfinsternisbrille sehen?

Es ist nicht möglich, Merkur vor der Sonne mit einer Sonnenfinsternisbrille „freiäugig“ zu sehen. Dafür ist Merkur einfach zu klein.

Gegen Ende September 2016 kann man Merkur in der Morgendämmerung gut mit freiem Auge beobachten (etwa 26.9.-6.10.)

Kann ich den Merkurtransit fotografieren?

Ja, mit einem starken Teleobjektiv und einem passenden Sonnenfilter für die Kamera.

Wo bekomme ich so eine Sonnenfilterfolie her?

Sonnenfilterfolien werden zum Beispiel von der Firma Baader Planetarium hergestellt (Baader AstroSolar Folie). Diese Folien sind auch recht praktisch, wenn man mit dem Fernrohr Sonnenflecken beobachten möchte. Man kann sie also auch dann verwenden, wenn nicht gerade ein Transit oder eine Sonnenfinsternis stattfindet.

Ich habe gehört, man kann die Sonne auch mit einer CD/einer verrußten Scheibe/einer Schweißerbrille/… beobachten. Stimmt das?

Die Sonne darf nur mit einem speziell dafür entwickelten Filter angeschaut werden. Wer dies nicht beachtet, riskiert bleibende Augenschäden bis hin zur Blindheit. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, beim Schweißen eine Sonnenfinsternisbrille zu tragen.

Zum Venustransit

Zum Venustransit

Knapp nach Sonnenaufgang am 6 Juni könne wir in Mitteleuropa ein sehr seltenes astronomisches Phänomen, einen Venustransit, beobachten. Dabei bewegt sich die Venus über die Sonnenscheibe. Der nächste Venustransit wird sich erst im Jahr 2117 ereignen. Für diejenigen, die den vorigen Transit im Jahr 2004 nicht beobachtet haben, ist nun also die letzte Gelegenheit.

Über den Transit wurde schon viel geschrieben, daher möchte ich hier auf ein paar Seiten hinweisen:

  • Die WAA hat eine interessante Zusammenfassung und auch Tipps zum Beobachten des Transits.
  • Eine aktuelle Vorhersage über die Bewölkung findet man auf der Website der ZAMG.
  • In Wien gibt es neben den bereits ausreservierten Veranstaltungen von Urania-Sternwarte und WAA auch Veranstaltungen des Astronomischen Büros und des Vereins Kuffner-Sternwarte (an einem anderen Beobachtungsort!).
  • Der Orion hat eine sehr ausführliche Beschreibung mit Links zu vielen Sternwarten im deutschsprachigen Raum, die Events anbieten.
(Danke an Christoph Saulder für das Foto)
Venustransit 2004. Eine Möglichkeit, den Transit mit einem Fernrohr zu beobachten, ist, das Bild auf einen Schirm zu projizieren. Der Rand links unten ist der Rand des Blickfelds des Teleskops. Achtung-nicht ins Fernrohr blicken!

Zum Schluss noch die obligatorische Warnung: Nur ein echter Sonnenfilter ist auch ein guter Sonnenfilter! Für die Beobachtung mit freiem Auge geeignete Sonnenfinsternisbrillen kosten nur wenig mehr als ein Straßenbahnfahrschein. Blicken Sie außerdem nie durch ein optisches Gerät (Kamera, Fernglas, Teleskop, …), auf dem sich kein dafür passender Sonnenfilter befindet, in die Sonne!

Viel Erfolg!

Zum Sommerbeginn

Zum Sommerbeginn

Am 21. Juni um 19:16 MESZ bewegt sich die Sonne durch den höchsten Punkt ihrer (scheinbaren) Bahn, sie tritt dabei in das Tierkreiszeichen Krebs und der astronomische Sommer beginnt. Durch die abnehmende (Mittags-)Höhe der Sonne werden die Tage langsam wieder kürzer: die Sonne geht später auf und früher wieder unter.

Die Zeitgleichung (zum Vergrößern klicken)

Eine astronomische Gegebenheit ist dabei für uns vorteilhaft: die Zeitgleichung. Die Zeitgleichung ist keine Gleichung im mathematischen Sinn, sondern ein (vom Datum abhängiger) Wert, sie gibt die Differenz zwischen der wahren Sonnenzeit und der mittleren Sonnenzeit (mittlere Ortszeit) an. Ist die Zeitgleichung größer als Null, dann geht die Sonne gegenüber der Ortszeit vor.

Rund um die Sommersonnenwende ist die Zeitgleichung abnehmend: die „Sonnen-Uhr“ geht immer langsamer und gegenüber der Ortszeit nach. Das führt dazu, dass die Tage auf ungleichmäßige Art kürzer werden: während sich der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs etwas stärker ändert, ändert sich der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs bis Mitte Juli eher langsam.

Die lange hellen Abende bleiben uns also noch ein paar Wochen erhalten!

Zur Sommerzeit

Uns Österreichern wird ja gerne nachgesagt, dass wir eines besonders gut können: matschgern*. Zu den klassischen Themen Politik und Wetter gesellt sich in diesen Tagen wieder mal ein drittes-man matschgert über die Zeitumstellung.
Gestattet mir, dass ich nun ein wenig über die matschgere, die über die Sommerzeit matschgern.

„Die Zeitumstellung ist so unnötig, wir könnten ja einfach bei der Winterzeit bleiben.“

Ja, das ginge. Dann aber würden wir im Hochsommer schon früh von den ersten Sonnenstrahlen geweckt–am 21.6. geht die Sonne in Wien schon um 3:54 MEZ auf. Nach 18 Uhr hätten wir dann nicht mal zwei Stunden Zeit, bis die Sonne dann um 19:58 MEZ untergeht. Ideal für Frühaufsteher-aber wer würde tatsächlich um 4 oder 5 aufstehen und dann um 20 Uhr oder 21 Uhr schlafen gehen?

„Damit hätte ich kein Problem-dann fang‘ ich halt ein oder zwei Stunden früher zu arbeiten an und gehe früher nach Hause.“

Schön-aber das kann sich auch nicht jeder so einteilen. Wenn das jeder so machen wollte, müssten Firmen und Behörden mehrmals im Jahr ihre Öffnungszeiten ändern oder die Angestellten zu fixen Arbeitszeiten zwingen.

„Naja, dann bleiben wir doch einfach das ganze Jahr über bei der Sommerzeit!“

Russland versucht das in ein paar Monaten. Dann klingelt aber im Winter der Wecker ein paar Stunden vor Sonnenaufgang-der fände am 21.12. (wieder auf Wien bezogen) erst um 8:42 MESZ statt. Von der zusätzlichen Stunde Tageslicht am Abend hätte man nicht allzu viel-die Sonne ginge um 17:02 MESZ unter.

„Die armen Kühe leiden auch unter der Umstellung.“

Die Tiere leiden höchstens darunter, dass ihnen der Bauer die Zeitumstellung aufzwingt. Das muss er ja nicht unbedingt.

„Das haben sich ein paar realitätsferne Wissenschaftler ausgedacht–und Energie spart man dadurch auch nicht!“

Egal wer die Sommerzeit erfunden haben mag, für deren Einführung ist nach wie vor die Politik verantwortlich. Indes überlegt Japan, die Sommerzeit wieder einzuführen, weil man sich davon erhofft, Energie zu sparen. Hmm.

In diesem Sinne: vergesst keine umzustellende Uhr und nützt die Gelegenheit, wieder einmal zu testen, ob euer FI (Fehlerstromschutzschalter) noch einwandfrei funktioniert.

*maschgern=sich (ein wenig) über etwas aufregen