Fröhlichen Weltuntergang!

Eines müssen wir den ganzen VerschwörungstheoretikerInnen, EsoterikerInnen, UFO-Gläubigen und Mayafreaks lassen: sie haben uns einen Running Gag geliefert, der uns im letzten halben Jahr bestens unterhalten hat.

Es gibt aber tatsächlich etwas, das am 21. 12. 2012 um genau 12:12 zu Ende geht!

Um genau 12:12 mitteleuropäischer Zeit steht die Sonne im Winterpunkt, der Herbst geht zu Ende und der Winter beginnt. Damit werden auch die Tage schön langsam wieder länger. Aber…Moment mal! Dem aufmerksamen Beobachter wird vielleicht schon aufgefallen sein, dass die Sonne schon in den letzten Tagen immer etwas später untergegangen ist als am Vortag. Dem aufmerksamen Beobachter wird vielleicht auch auffallen, dass die Sonnenaufgänge auch nach dem 21. Dezember noch einige Zeit lang recht spät stattfinden. Dafür gibt es eine astronomische Erklärung–die Zeitgleichung. Sie gibt an, um wie viele Minuten eine Sonnenuhr im Laufe des Jahres von der mittleren Ortszeit abweicht. Gerade Ende Dezember verändert sich dieser Wert ziemlich stark und bewirkt daher, dass sich Aufgangs- und Untergangszeiten verschieben. Im Sommer beschert uns die Zeitgleichung dafür lange, helle Abende, wie ich es hier beschrieben habe.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen angenehmen Start ins nächste Baktun! 😉

Zum Frühlingsbeginn

Zum Frühlingsbeginn

Der heutige Frühlingsbeginn hat offenbar die APA (Austria Presse Agentur) und die RedakteurInnen aller großen österreichischen Onlinemedien auf dem falschen Fuß erwischt: Der Standard schreibt

Astronomisch leitete den Lenz die „Tag und Nacht“-Gleiche ein. Sie tritt auf der Nordhalbkugel heuer um exakt 18.32 Uhr ein. Die Sonne erreicht dabei ihre mittlere Bahn. Tag und Nacht sind – wie der Name schon sagt – gleich lang.

Zu Frühlingsbeginn steht die Sonne am Kreuzungspunkt von Ekliptik und Himmelsäquator

Man kann sich nun zu Recht die Frage stellen, wie denn die Astronomie feststellen kann, dass die Tagundnachtgleiche exakt um 18.32 Uhr eintritt. Das geht natürlich gar nicht. Die Sonne bewegt sich um 18.32 Uhr (mitteleuropäischer Zeit, wohlgemerkt) durch den Frühlingspunkt, in dem sich die Sonnenbahn (Ekliptik) und der Himmelsäquator kreuzen. Diesen Zeitpunkt bezeichnet man auch als Frühlingsäquinoktium.

Vereinfacht gesagt wechselt die Sonne also von der Südhalbkugel der Erde auf die Nordhalbkugel. Die Tage und Nächte sind dabei nur ungefähr gleich lang, weil die tatsächliche Länge des Tages durch ein paar andere Einflussgrößen mitbestimmt wird und sich die Sonne weiterbewegt.

So weit, so gut. Das war noch halbwegs richtig. Der Standard schreibt weiter

Tage werden länger

Alle, denen das Sonnenlicht in den Wintermonaten gefehlt hat, können jetzt aufatmen: Ab heute werden die Tage immer heller sowie länger und die Nächte kürzer.

Das ist vollkommener Schwachsinn! Schon seit der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden die Tage länger und die Nächte kürzer.

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