Gegen die Langeweile: Sommerkinos in Wien

Sommer in Wien heißt: Die meisten Veranstaltungsorte lassen die Rolläden herunter, Geschäfte hängen das „Wir machen vier Wochen Urlaub“-Schild in die Auslage, Studenten verlassen die glühende Stadt in Richtung Heimat,  Donauinsel oder Musikfestival–kurzum: die Abendgestaltung fordert gestalterische Kreativität, falls sie über ein paar Drinks mit Freunden hinaus gehen soll.

Angetreten, um diese Lücke zu füllen, sind die zahlreichen Sommerkinos, deren interessanteste ich mir erlaube euch hiermit vorzustellen:

Kino unter Sternen

Der ehemalige Kommerz-Sommerkino-Klassiker, der vor ein paar Jahren im Augarten neben dem Flakturm beheimatet war ist heuer mit einem kleinen, feinen und noch dazu kostenlosen Programm am Karlsplatz zugegen–allerdings nur im Juli. Unter dem Motto „Wien im Film“ zeigt Kino unter Sternen Klassiker des österreichischen Films und internationale Produktionen, die in Wien gedreht wurden. Zu letzteren gehört auch der ausgesprochen gut bewertete Liebesfilm „Before Sunrise“, der 1995 in Wien entstanden ist. Zu diesem Film gibt’s auch eine sehr nette Tour zu einigen der Drehorte, die ich euch sehr empfehlen kann: Link.

Kino wie noch nie

Das Ergebnis einer Kooperation zwischen Filmarchiv und Viennale sollte sich schön langsam nach einem neuen Namen umsehen, schließlich ist das Sommerkino schon zum wiederholten Male am lauschigen Augartenspitz zu finden. Das Filmprogramm reicht von Klassikern (Playtime/Jacques Tati, Metropolis/Fritz Lang) über Kultfilme und Dokus bis hin zu Hollywood-Mist (Zoolander), mit einem ordentlichen Anteil an Viennale-Qualität. Gutes Essen und Getränke kommen von den Leuten von Slow Food Austria; es zahlt sich aus, gleich dort zum Abend zu essen. Tickets kosten 8 Euro, Kartenreservierung und Gelsenspray empfohlen.

Volxkino

Das Volxkino tourt bis Mitte September durch ganz Wien und verwandelt bei freiem Eintritt öffentliche Plätze in Freiluftkinos. Das Programm kann sich sehen lassen (z.B. Das Weiße Band/Michael Haneke, Son of Rambow). Je nach Ort ist es sinnvoll, sich eine Matte o.Ä. zum Draufsitzen mitzunehmen.

espressofilm

Eine neue Sache, auf die ich schon sehr gespannt bin, ist das Espressokino im Garten des Museums für Volkskunde in der Laudongasse. Jeweils donnerstags und freitags kann man hier bei freiem Eintritt ausgewählte Kurzfilme sehen–mit festivalmäßiger Anwesenheit einiger FilmemacherInnen.

Rathausplatz Open-Air

Klassikfans kommen am Rathausplatz auf ihre Rechnung-monatelang gibt’s hier Aufzeichnungen von Opern und Konzerten bei freiem Eintritt auf einer Riesenleinwand zu sehen. Tourismusgerecht organisiert von der Stadt Wien.

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