Android-Apps auf Amazon Fire TV sideloaden

Amazons Fire TV-Sticks sind eine günstige Möglichkeit, einen Fernseher in einen Smart TV auf Android-Basis zu verwandeln. Allerdings findet man nicht jede App, die man am Fire TV-Stick nützen möchte, in Amazons eigenem App Store. Hier zeige ich euch, wie ihr Apps sideloaden könnt. Dazu braucht ihr einen PC, der im selben WLAN hängt wie der Fire TV-Stick.

Den PC vorbereiten: Android Debug Bridge installieren

  1. Von der Android Developer-Website die platform-tools herunterladen.
  2. Die .zip-Datei in einen beliebigen Ordner am PC entpacken. Den Pfad zu diesem platform-tools-Ordner brauchen wir später noch.

Den Fire TV-Stick vorbereiten

  1. Für die Installation muss man am Fire TV-Stick die Entwickleroptionen aktivieren. In gewohnter Android-Manier ging das bei meinem Fire TV-Stick, indem ich im Menü Einstellungen > Mein Fire TV > Info siebenmal auf Fire TV Stick geklickt habe. Bei verschiedenen Versionen des Fire TV-Sticks geht das allerdings ein bisschen unterschiedlich. Amazon hat hier eine Anleitung dafür.
  2. Später werden die IP-Adresse des Sticks brauchen. Sie ist unter Einstellungen > Mein Fire TV > Info > Netzwerk zu finden.
  3. Im Menü Einstellungen > Mein Fire TV > Entwickleroptionen müssen wir ADB-Debugging und Apps unbekannter Herkunft einschalten.

Das APK finden und herunterladen

  1. Man besorge sich die gewünschte App als .apk-Datei aus einer vertrauenswürdigen Quelle. Für diesen Blogpost lade ich eine Version von NewPipe aus dem F-Droid Appstore herunter.
  2. Der Einfachheit halber schiebt man die .apk-Datei in den platform-tools-Ordner.

Die App installieren

  1. Eine Shell (Eingabeaufforderung) starten: Windows-Taste drücken, „cmd“ eintippen und Enter drücken oder Öffnen klicken.
  2. In den platform-tools-Ordner wechseln:
    cd (Pfad)
    Also zum Beispiel:
    cd C:\platform-tools
  3. Die Android Debug Bridge mit dem Fire TV-Stick verbinden:
    .\adb connect (IP-Adresse):5555
    Also zum Beispiel:
    .\adb connect 10.0.0.11:5555
  4. Der Fire TV-Stick zeigt nun auf dem Fernseher einen Dialog USB-Debugging zulassen an. Das bestätigt man. In der Shell bekommt man die Meldung failed to authenticate to 10.0.0.11:5555
  5. Den Befehl aus Schritt 3 wiederholen. Nun bekommt man die Meldung already connected to 10.0.0.11:5555.
  6. Nun können wir die APK-Datei installieren:
    .\adb install (Dateiname.apk)
    Also zum Beispiel:
    .\adb install .\org.schabi.newpipe_1010_cb84069.apk
    In der Shell bekommen wir eine Rückmeldung:
    Performing Push Install
    .\org.schabi.newpipe_1010_cb84069.apk: 1 file pushed, 0 skipped. 0.4 MB/s (10881466 bytes in 25.386s)
    pkg: /data/local/tmp/org.schabi.newpipe_1010_cb84069.apk
    Success

    Falls in der letzten Zeile nicht Success steht, hat irgendwas nicht geklappt. Möglicherweise ist die App nicht mit der Abdroid-Version des Fire TV-Sticks kompatibel.
  7. Nach der Installation trennt man die Android Debug Bridge vom Fire TV-Stick:
    adb disconnect

Nachbereitung

  1. Die App ist nun im Menü Meine Apps des Fire TV-Sticks sichtbar. Wenn man möchte, kann man sie von dort auf die Startseite verschieben.
  2. An dieser Stelle ist es auch nicht blöd, in den Entwickleroptionen ADB Debugging zulassen und Apps unbekannter Herkunft wieder abzuschalten.
  3. Die installierte .apk-Datei kann man aus dem Ordner platform-tools löschen.

App updaten

Um eine bereits installierte App upzudaten, muss man die Prozedur wiederholen. Es ist daher sinnvoll, sich den Ordner mit den platform-tools zu behalten.

Ciao, Fernsehen. Über technische Änderungen und den persönlichen Wandel im Medienkonsum.

Ende Oktober soll das über DVB-T ausgestrahlte Fernsehsignal in Wien abgedreht werden. Für mich ist das ein Grund, über Alternativen nachzudenken.

Bei mir im Wohnzimmer steht ein Röhrenfernseher. Noch. Darunter ein alter Videorecorder. Noch. Beide hatten in den letzten Jahren nicht viel zu tun. Der Videorecorder hat vermutlich vor 15 Jahren das letzte Mal eine Videokassette bespielt. Den Fernseher verwende ich vielleicht einmal im Monat.

Noch steht bei den beiden eine DVB-T-Box. Als 2007 die analogen Programme abgeschaltet wurden, schien es mir sinnvoll, die Box zu kaufen, um Programme des ORF, von Puls4, ATV und ein paar anderen mit einer einfachen Zimmerantenne empfangen zu können. Im Laufe der Zeit ist auch ein DVB-T-Stick dazu gekommen. Den kleinen Stick habe ich erst an den PC, dann an ein NAS angeschlossen, um diese Geräte als digitale Videorecorder zu verwenden und Sendungen im lokalen Netzwerk auf Computer, Tablet oder Beamer zu streamen.

Mit 27. Oktober wird die Ära des konventionellen Fernsehens in meinem Haushalt enden. An diesem Tag wird angeblich das über DVB-T ausgestrahlte Fernsehsignal in Wien abgeschaltet. Wer über eine Antenne fernsehen möchte, braucht dann einen TV-Receiver, der den neuen Standard DVB-T2 unterstützt, sowie einen Vertrag mit der Firma SimpliTV. Mehr lesen

Pro7 MAXX über DVB-T im Raum Wien (nicht) empfangen

Die ORS (die die österreichischen Rundfunksender betreibt) strahlt im Raum Wien über ein paar Sender den Multiplex (MUX) C mit gotv, OKTO, ATV2, einem religiösen Programm und eben ProSieben MAXX aus. Wer seinen DVB-T-Receiver der ersten Generation auf Kanal 41 (634 MHz) stellt, wird wahrscheinlich alle diese Programme in der Programmliste finden.

Im Falle von Pro7 MAXX wird’s dabei aber bleiben, denn dieser Kanal wird als einziger verschlüsselt ausgestrahlt. Mehr lesen