Waren Neanderthaler sexy?

Heute möchte ich euch wieder einmal einen sehr tollen TED Talk vorstellen.

Was die frühen modernen Menschen über die Neanderthaler dachten, können wir nur vermuten. Allerdings hilft uns „Kommissar DNS“ dabei, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Homo sapiens und Homo neanderthalensis zu entdecken. Der schwedische Biologe und Mediziner Svante Pääbo, einer der Begründer der Paläogenetik, spricht in diesem faszinierenden TED-Talk darüber.

Allen, die gerne mehr darüber lesen würden, sei dieses Paper in der Zeitschrift Science ans Herz gelegt, das praktischerweise gratis im Volltext verfügbar ist: A Draft Sequence of the Neanderthal Genome, Green et al., Science 328 (2010) S. 710-722

Nebenbei sei noch angemerkt, dass Svante Pääbo in Wien vor nicht allzu langer Zeit einen öffentlichen Vortrag im Rahmen der Wiener Vorlesungen bei einem Symposium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum Darwin-Jahr 2009 gehalten hat, von dem es (leider nur) einen Audiomitschnitt gibt.

Wenn ihr bis hierher gelesen habt interessiert es auch wahrscheinlich auch, dass am 11. Oktober ab 17:15 das 6. Wiener Nobelpreisträgerseminar bei freiem Eintritt im Festsaal des Rathauses stattfindet. Diesmal sind vier Träger des Physiknobelpreises eingeladen: Albert Fert (Nobelpreis 2007), Theodor W. Hänsch (2005), Gerard ‚t Hooft (1999) und George F. Smoot (2006).

Auch die nächste TEDx-Konferenz naht: TEDx Vienna findet am 22. Oktober 2011 statt. Da ich gerne dabei wäre, nehme ich mit diesem Beitrag an der TEDx-Blogparade teil und hoffe, dass ich ein Ticket gewinne.

 

Auf der Suche nach der Supernova

Wer die Möglichkeit hat, in den nächsten Tagen mit einem größeren Amateurfernrohr oder einem wissenschaftlichen Fernrohr den Himmel zu beobachten, sollte bei gutem Wetter versuchen, das Teleskop in Richtung der Spiralgalaxie M101 (Feuerradgalaxie) im Sternbild Großer Bär (Ursa Maior) zu richten. Warum? Weil dort am 24. August eine Supernova entdeckt wurde, die am 9. September ihre größte Helligkeit erreichen wird und dann auch mit kleineren Amateurfernrohren als kleines Sternchen zu erkennen sein sollte.

Nähere Infos, Bilder und Aufsuchkärtchen gibt’s hier bei Scilogs.

Clear Skies!

Zum Sommerbeginn

Zum Sommerbeginn

Am 21. Juni um 19:16 MESZ bewegt sich die Sonne durch den höchsten Punkt ihrer (scheinbaren) Bahn, sie tritt dabei in das Tierkreiszeichen Krebs und der astronomische Sommer beginnt. Durch die abnehmende (Mittags-)Höhe der Sonne werden die Tage langsam wieder kürzer: die Sonne geht später auf und früher wieder unter.

Die Zeitgleichung (zum Vergrößern klicken)

Eine astronomische Gegebenheit ist dabei für uns vorteilhaft: die Zeitgleichung. Die Zeitgleichung ist keine Gleichung im mathematischen Sinn, sondern ein (vom Datum abhängiger) Wert, sie gibt die Differenz zwischen der wahren Sonnenzeit und der mittleren Sonnenzeit (mittlere Ortszeit) an. Ist die Zeitgleichung größer als Null, dann geht die Sonne gegenüber der Ortszeit vor.

Rund um die Sommersonnenwende ist die Zeitgleichung abnehmend: die „Sonnen-Uhr“ geht immer langsamer und gegenüber der Ortszeit nach. Das führt dazu, dass die Tage auf ungleichmäßige Art kürzer werden: während sich der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs etwas stärker ändert, ändert sich der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs bis Mitte Juli eher langsam.

Die lange hellen Abende bleiben uns also noch ein paar Wochen erhalten!

50 Jahre bemannte Raumfahrt

50 Jahre bemannte Raumfahrt

Yuris Night 2011 Logo
© yurisnight.net

Am 12. April 1961 flog Juri Gagarin an Bord des sowjetischen Raumschiffs Wostok als erster Mensch ins All und läutete damit das Zeitalter der bemannten Raumfahrt ein. Nur dreieinhalb Jahre nach dem Start des ersten Satelliten 1957, Sputnik 1, erreichte die UdSSR mit Gagarins 108-minütiger Erdumrundung einen weiteren Meilenstein des Wettlaufs ins All.

Seit damals ist der 12. April in der Sowjetunion der Tag der Kosmonauten. Yuri’s Night wurde 2001 in den USA das erste Mal gefeiert und wurde quasi über Nacht zum bahnbrechenden Erfolg: Heuer wird Yuri’s Night mit 629 Veranstaltungen in 61 Ländern der Erde gefeiert werden.

Das Programm von Yuri’s Night in Wien umfasst neben der obligatorischen Party auch ein gut besetztes Symposium mit dem Titel „Outer Space. Der Weg in den Kosmos.“
(Näheres zum Programm hier und im Meta-Physik-Blog)

Aus demselben Anlass zeigt die Kunsthalle Wien in der Ausstellung „Weltraum-Die Kunst und ein Traum“ bis zum 15.8., dass das All nicht nur ein physikalischer, sondern auch ein künstlerischer und symbolischer Raum ist.

Tot und lebendig: das Erwin-Schrödinger-Institut für mathematische Physik

Eines der vielen unangenehmen Nebenprodukte der heurigen Budgetverhandlungen, die an sich ja schon als verfassungswidrig spät angesetzt bezeichnet wurden, ist die geplante Kürzung der Subventionen für eine ganze Reihe österreichischer außeruniversitärer Forschungsinstitute. Auf der langen Liste, die Anfang November bekannt wurde,  finden sich ein paar allgemein bekannte Institute wie zum Beispiel das Institut für Höhere Studien und Wiss. Forschung – IHS, das Konrad-Lorenz-Forschungsinstitut in Grünau im Almtal und viele nahezu unbekannte Institute.

Für besonderes Aufsehen hat die geplante Streichung der Subventionen für das Erwin-Schrödinger-Institut für mathematische Physik gesucht. Mehr lesen